Dienstag, 13. Februar 2018

Vor 20 Jahren starb Falco ... und Hermann Maier wurde zum Mythos

Meine Freundin und ich waren vor 20 Jahren, Anfang Februar 1998, auf Urlaub auf Maui/Hawaii. Zwei Ereignisse zweier Österreicher waren damals für Schlagzeilen in der ganzen Welt verantwortlich.

Zuerst, am 6. Februar, starb Österreichs einziger internationaler Popstar Hans Hölzel, auch genannt Falco, bei einem Autounfall nahe Puerto Plata in der Dominikanischen Republik. Bei der Ausfahrt vom Parkplatz der „Turist Disco“ rammte ein Bus seinen Geländewagen – Falco war sofort tot. Bei der Obduktion wurden bei ihm ein Blutalkoholwert von 1,5 ‰ und große Mengen an Kokain sowie THC nachgewiesen.

In der Folgezeit kam das Gerücht auf, Falco habe sich selbst getötet. Dies lag in erster Linie an der entsprechend interpretierten Textzeile „Muss ich denn sterben, um zu leben?“ aus dem Titel Out of the Dark; allerdings entstand das Lied bereits einige Jahre vor Falcos Tod und wurde auch nicht von ihm geschrieben, sondern von Torsten Börger.

Wenige Wochen nach Falcos Tod wurde das Album "Out of the Dark (Into the Light)" veröffentlicht und entwickelte sich zu einem großen kommerziellen Erfolg. Das Album stieg in Österreich auf Platz 1 ein und blieb drei Monate lang in den Charts; in Deutschland hielt es sich fast ein Jahr in den Top 100. Das Album wurde allein in Deutschland und Österreich zwei Millionen Mal verkauft, die gleichnamige Single über 3,5 Millionen Mal.

In seiner Anfangszeit trat Falco musikalisch als Sänger mit Einflüssen von Hip-Hop und Funk auf. In Songs wie "Der Kommissar" entwickelte er einen eigenen Rapstil. Damit gilt Falco für ganz Europa als einer der Pioniere in diesem Genre, insbesondere für den deutschsprachigen Raum. Oftmals wird Falco als „der erste weiße Rapper“ bezeichnet.

Sein Titel "Rock Me Amadeus" erreichte als bis heute einziges deutschsprachiges Lied die Spitze der US-Billboard-Charts.

KGBM, der regionale Radiosender auf Maui spielte zum Gedanken einen Tag lang jede volle Stunde einen Song von Falco ...



Einige Tage später stürzte Hermann Maier beim Abfahrtslauf bei den Olypischen Spielen in Nagano schwer. Am Freitag, den 13. Februar, findet nach mehreren witterungsbedingten Verschiebungen die Abfahrt der Herren statt. Hermann Maier galt als hoher Favorit, er hatte zuvor in Bormio und am Lauberhorn gewonnen, im Fernen Osten möchte sich der Salzburger den Traum von Olympiagold erfüllen. Nach 18 Fahrsekunden scheint dieser Traum unendlich weit entfernt, schier unrealisierbar. An der Kuppe zerschellen alle Visionen, Maier hebt mit hoher Geschwindigkeit ab, fliegt wild durch die Luft. Er segelt fast 40 Meter durch die Luft, durchschlägt mehrere Sicherheitszäune und kommt letztlich im Tiefschnee zu liegen. In den Tagen zuvor hatte es in Japan ausgiebig geschneit, der Schnee diente sozusagen als Dämpfer, ja vielleicht sogar als Lebensretter.

Im Tiefschnee kniend gab er per Handzeichen eine erste Entwarnung. Doch sein Körper, von Prellungen und Blutergüssen übersät, schmerzte, am allermeisten aber das Knie. Schon am Folgetag hätte der Super-G stattfinden sollen, eine Teilnahme Maiers galt eigentlich als ausgeschlossen. Der Trainer Hans Pum machte sich am Nachmittag im Hotelzimmer selbst ein Bild vom Gesundheitszustand des damals 25-Jährigen, fragte ihn, ob er denn glaube, am nächsten Tag rennfähig zu sein. „Der Hermann hat mich angeschaut und gesagt: ‚Das schaff ich schon.‘ Dabei konnte er nicht einmal richtig aus dem Bett aufstehen.“

Nebel verhindert sowohl am 14. als auch am 15. Februar die Durchführung des Super-G, so blieb Maier die nötige Zeit zur Erholung. Pum: „Dass er aber nur drei Tage nach diesem Sturz wirklich Gold gewinnt, daran habe ich am Tag der Abfahrt keine Sekunde gedacht. Das war die Geburtsstunde des Herminators.“

Dass Maier, getrieben von der Aussicht auf Erfolg, tatsächlich gewinnt, galt auch als Beleg dafür, „wie der Hermann körperlich und mental beinander war. Der wollte das unbedingt.“ Das zweite Gold im Riesentorlauf machte das märchenhafte Comeback perfekt, die Geschichte des Herminators ging um die Welt – ein Mythos war geboren.



Und das lustige daran, meine Freundin und ich bekamen viele Einladungen von Einheimischen zum Barbeque - wir wurden, so konnte man sagen, herum gereicht. Jeder wollte wissen, was für Volk die Österreicher wirklich sind ;-)



"Rock me Amadeus": Hommage zum 20. Todestag von Falco (kleinezeitung.at)

Vor 20 Jahren starb Falco: Markus Spiegel erinnert sich (kurier.at)

20 Jahre "Herminator": Das Wunder von Nagano - Österreichs Skilegende Hermann Maier erinnert sich an Doppelgold nach seinem Horrorsturz: "Hab mich nie mehr so am Limit bewegt" (derstandard.at)







Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)





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